Lupus Forschungspreis 2007

Die genauen Mechanismen der Entstehung des SLE sind immer noch unklar, und unterscheiden sich wohl auch von Patient(in) zu Patient(in). Der diesjährige Lupus Forschungspreis wird an Privatdozent Dr. Hans-Joachim Anders verliehen. Dr. Anders ist Nephrologe und Rheumatologe und Leiter der interdisziplinären Lupussprechstunde der Medizinischen Poliklinik am Campus-Innenstadt der Universität München. Seine Forschunsgruppe beschäftigt sich u.a. mit der Frage wie Infektionen den Lupus verschlechtern können. In mehreren Forschungsarbeiten hat Dr. Anders die Effekte verschiedenen bakterieller und viraler Moleküle in Mäusen mit Lupus-ähnlicher Erkrankung untersucht. Es fand sich, dass vor allem bakterielle DNA einen Lupus in gesunden Tieren auszulösen kann. Ist die Lupuserkrankung bereits manifest, können bakterielle DNA aber auch virale RNA Lupusaktivität verschlechtern. Dabei sind die immunologischen Mechanismen unterschiedlich. So induzieren nicht alle viralen Nukleinsäuren DNA Autoantikörper. Möglicherweise zeigen deshalb die Serum dsDNA Titer nicht bei allen Patienten zuverlässig einen SLE Schub an.

Aktivieren auch körpereigene Nukleinsäuren die entzündliche Aktivität des Lupus? Tatsächlich konnte Dr. Anders mit künstlichen Nukleinsäuren, die die Immunerkennung körpereigener DNA blockieren, die SLE Aktivität bei Mäusen deutlich reduzieren, was potenziell neue Therapiemöglichkeiten aufzeigt.

In einem zweiten Schwerpunkt bearbeitet Dr. Anders die Rolle von Chemokinen beim SLE. Chemokine signalisieren im Blut zirkulierenden Immunzellen wo sie ins Gewebe auswandern müssen. Immunzellen erkennen Chemokine über Chemokinrezeptoren (CCR) an ihrer Oberfläche. Die Blockade dieser Moleküle wäre theoretisch ein neuer Therapieansatz mit dem Nebenwirkungen bislang verwendeter Medikamente vermieden werden könnten. Die Blockade von CCR1 war wirksam zur Therapie der fortgeschrittenen Lupusnephritis, allerdings nicht in allen Anteilen der Niere. Blockade des Chemokins MCP-1 führte stattdessen zu einer verminderten Einwanderung von Immunzellen in allen Anteilen der Niere, wodurch es zu noch stärkeren Therapieeffekten kam. Auch der Befall von Haut, Lunge und Nieren und das Gesamtüberleben der der Tiere war durch MCP-1 Blockade deutlich verbessert. Gemeinsam mit einem Pharmaunternehmen verfolgt Dr. Anders das Konzept der therapeutischen MCP-1 Blockade nun weiter, mit dem Ziel diese für die Anwendung beim Menschen weiterzuentwickeln.

Die Verleihung des Lupus-Forschungspreis an Dr. Anders erfolgt mit der Begründung, dass seine Forschungsarbeiten zur Entwicklung neuer Therapiestrategien beitragen, die möglicherweise in der Zukunft zu einer Verbessung der Behandlung von Lupuspatienten führen könnten.

PD. Dr. H.-J. Anders
Lupussprechstunde der Medizinische Poliklinik- Campus Innenstadt
Pettenkoferstr. 8a< br> 80336 München
Tel.: 089-51603568

Laudatio Frau Karin Clement

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